24 / 7 / 365

Verdichtung, Gestein, Geld, Kapitalismus

Hier, in Manhattan, der Insel zwischen Hudson und East River, verdichten sich die krassesten Gegensätze zu einer fortwährenden Belastungsprobe für alles, was in dieser Stadt lebt und ist. New York steckt das „easy“ weg.

“Pile of s(c)hi(s)t”

ManhattanDenn es ist auf solidem Fels gebaut, wie Geologen herausgefunden haben. Das Gestein gehört zu einer Unterart des „Schist“. Er ist so einzigartig wie die Stadt selbst. Denn, der schwarze Granit, von dem einige Felsen im Central Park zu sehen sind, ist nur hier, an der Ostküste der USA, an diesem Platz zu finden. Viele New Yorker sagen deshalb gerne, die Stadt sei „on a pile of Schist“ errichtet worden. Das lernen wir auf der „Statue-of-Liberty“-Cruise von unserem Tourguide, der David oder John oder James heißt – wie New Yorker eben so heißen. Damit meint er – also David, John oder James – die spezielle, dieser Phrase innewohnende Ähnlichkeit zum umgangssprachlichen „pile of shit“, ohne sie dabei freilich allzu ernst zu nehmen. Ein Wortspiel. Mit einem Augenzwinkern.

Geld ist der heilige Gral in dieser letzten Bastion des lupenreinen Kapitalismus.

Dass man für so etwas wie Humor noch Zeit hat? Es sei denn, man verdient sein Geld damit. Denn im „Big Apple“, von dem jeder abbeißen will, ordnet sich alles dem Arbeiten, Geld verdienen und Geld machen unter. Von all dem möglichst viel. Geld, es ist der heilige Gral und längst nicht mehr nur Ersatzreligion in dieser letzten Bastion des lupenreinen Kapitalismus. Die Zeit dafür – für den Kapitalismus – ist so knapp, es scheint, als ob die Menschen stillschweigend beschlossen haben, sie einfach abzuschaffen. New York „arbeitet“ rund um die Uhr, das ganze Jahr lang. 24/7/365. Das gilt auch ganz humorlos für diejenigen, die ihr Geld eben mit Humor verdienen.

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