Was New York nicht ist

 

Die Stadt frisst einen gierig auf, um uns nach sechs Tagen wieder auszukotzen.

Normalerweise antwortet man auf die Frage „Wie war Dein Urlaub?“ mit einem neutralen „Schön.“, einem gechillten „Entspannt.“ oder einem begeisterten „Toll.“ Nur, wie soll man nach einem Aufenthalt in New York City auf diese Frage reagieren, nachdem einen die Stadt mit all ihren Attraktionen zuerst gierig aufgefressen hat, um uns nach sechs Tagen in Form eines großen Brockens schwer beeindruckter Fassungslosigkeit in Nürnberg wieder auszukotzen. Ohne Gepäck! Fairerweise muss man sagen: Die Nachlieferung unseres Koffers erfolgte noch am Tag unserer Rückkehr.

Und natürlich hat auch diese skurrile Form der Abneigung zwei Seiten,
selbstverständlich gibt es auch bei dieser Geschichte ein „Aber“.

Fest steht jedoch, wir werden keine Fans dieser Stadt, diesem Zirkus der Sensationen, werden. Und natürlich hat auch diese skurrile Form der Abneigung zwei Seiten, selbstverständlich gibt es auch bei dieser Geschichte ein „Aber“. Zuerst ein paar Worte dazu, was diese Stadt nicht ist:  Schön, nett, hübsch, romantisch. In etwa so wie Paris, Rom, London oder irgendeine andere Stadt in Europa. Das klingt so …. lieb. Dafür ist New York City in jeder Hinsicht zu gigantisch, zu schonungslos, zu großartig, zu arrogant, zu brachial, zu, ja, brutal … brutal-schön, brutal-laut, brutal-kreativ … es haut einen einfach um, anders kann man es nicht nennen, und man fühlt sich wie … wie von der grünen Faust Hulk’s verdroschen. An diesem Ort treffen eben Extreme aufeinander, von denen ich nicht einmal in der Lage bin, sie zu identifizieren, sie zu benennen, geschweige denn zu erahnen, was ihre Ursache ist und wo sie … herkommen, wo sie beginnen oder warum, wieso und weshalb sie möglicherweise enden? Ich weiß es nicht. Ich befinde mich einem Dauerzustand der Paralyse.

Bronx und Harlem etwa waren Gegenden,
in denen man sich als Tourist oder Weißer besser nicht aufhielt.

Das ist alles „too much“ –  rappten ja auch schon „Grand Master Flash“ und die „Furious Five“, die Begründer des Hip-Hop aus der South Bronx. Vor über 30 Jahren allerdings, als New York aus nichts als Sex, Crime, Elend und Drogen bestand und ein höchst unsicherer Ort war. Bronx und Harlem etwa waren Gegenden, in denen man sich als Tourist oder Weißer besser nicht aufhielt. Und heute? Es leben noch mehr Menschen in New York als zu Grand Master Flash’s Zeiten, aber man kann so gut wie überall hin. Auch in die Bronx oder nach Harlem und anderswo. Dass das so ist, dafür sorgte in den 1980er und 1990er Jahren ein Mann namens Rudolph Giuliani. Seine „Nulltoleranzstrategie“ war gemeinhin für die „Befriedung“ New York Citys verantwortlich und die Polizei führte Brügermeister Giulianis Plan gnadenlos und mit maximaler Härte aus. Die Frage ist heute, zu welchem Preis tat und tut sie das?

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